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Wallenried-Gespräche

 

Wallenried-Gespräche: Satiriker Andreas Thiel rät zur Frechheit

Der Meister des verbalen Floretts und vielfacher Preisträger, gilt als meistzensierter Satiriker der Schweiz. Seine Tourneen führten ihn nach Berlin, Hamburg, Wien, Mailand, Rom, Shanghai, Hongkong, Bangkok usw. Er unterrichtete an der Chinese Culture University in Taipeh, der Commedia dell’arte und raste als Velokurier durch Zürichs Strassen. Andreas Thiel gab Einblicke in die tägliche Gedankenwelt eines Querdenkers in einem spannenden Referat unterhalten.


Satiriker Andreas Thiel mit Gastgeber Heinz Pfander
 
Bevor an den Wallenried-Gesprächen gestern Abend der Prix Atec verliehen wurde, gehörte die Aufmerksamkeit Andreas Thiel. Der Berner Satiriker sprach über Atheisten («Sie schauen in den Spiegel und glauben, was sie sehen»), über die Fotosynthese bei Wellensittichen und über die Möglichkeit, dass Bananen gerade sind, das Universum sich aber um sie herum krümmt.
Hauptsächlich aber war Thiel gekommen, um den anwesenden Wirtschaftsvertretern zu erklären, wieso es – gerade auch als Unternehmer – gut ist, ein Querdenker zu sein. Wenn man in einem Boot auf dem Mainstream fahre und den Finger ins Wasser halte, gebe es keine Verwirbelungen, sagte Thiel. Solche gebe es nur, wenn man den Finger am Ufer ins Wasser halte. «Dazu muss man ins kalte Wasser springen und ans Ufer schwimmen», so Thiels Rat.
Die Eigenschaft, mit der man Querdenker werde, sei Frechheit, sagte der Satiriker. Diese sei darum zu fördern.